Sie haben eine vielversprechende Stelle gefunden? Jetzt geht es darum, eine überzeugende Bewerbung zu erstellen.

In Deutschland bewirbt man sich zunächst schriftlich auf ein Jobangebot eines Unternehmens. Die schriftliche Bewerbung besteht aus einem Anschreiben, einem Lebenslauf (CV), vorhandenen Schul- und Ausbildungszeugnissen, Weiterbildungszertifikaten und Arbeitszeugnissen. Sie können auch ein Deckblatt zu Ihren Bewerbungsunterlagen gestalten. Dieses kann zum Beispiel Ihr Foto, Ihre persönlichen Daten und eine kurze Übersicht über Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten enthalten. Wenn Sie sich auf eine Stelle in Sachsen bewerben und nichts anderes gefordert ist, sollten Sie die komplette Bewerbung auf Deutsch verfassen.
Der erste Eindruck zählt
Lesen Sie als erstes die Stellenausschreibung genau. Dort finden Sie wichtige Informationen zu Fristen, Anforderungen, Ansprechpersonen und dem gewünschten Weg für Ihre Unterlagen.
Achten Sie darauf, dass Ihre Dokumente einheitlich formatiert sind – zum Beispiel gleiche Schriftart und Schriftgröße. Ihre Bewerbung ist der erste Eindruck. Nutzen Sie die Chance, um zu überzeugen.
Bereits im Anschreiben sollten Sie Ihre persönliche Motivation für die ausgeschriebene Stelle klar und überzeugend zum Ausdruck bringen. Wichtig ist auch, im Anschreiben auf die Anforderungen der Stellenausschreibung einzugehen. Das sollten Sie dann mit entsprechenden Nachweisen, zum Beispiel Zeugnissen, in Ihren Bewerbungsunterlagen belegen. Beschreiben Sie, warum Sie sich für diese Position interessieren und weshalb Sie gut dafür geeignet sind. Darauf können Sie später im Vorstellungsgespräch noch einmal näher eingehen.
Richten Sie Ihr Anschreiben am besten an eine konkrete Ansprechperson. Diese wird meistens in der Stellenausschreibung genannt.
Prüfen Sie zum Schluss, ob Sie alle in der Stellenausschreibung gewünschten Angaben gemacht haben. Manchmal wird danach gefragt, wann Sie die Stelle antreten können. Geben Sie dann einen realistischen Eintrittstermin an. Beachten Sie dafür die Dauer für die Beantragung des Visums oder eine Anerkennung Ihrer Qualifikationen, falls erforderlich.
Wichtig: Ihre Gehaltsvorstellungen werden normalerweise erst im Vorstellungsgespräch besprochen. Nur wenn es ausdrücklich in der Stellenausschreibung gefordert wird, nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellungen am Ende des Anschreibens. Diese gibt man am besten als Spanne und als Brutto-Arbeitsentgelt an.
Vermeiden Sie es, Ihren Lebenslauf im Anschreiben zu wiederholen – nutzen Sie das Anschreiben, um zu zeigen, warum Sie gut zu der Stelle und zum Unternehmen passen.
Umfang: Ihr Anschreiben sollte kurz und übersichtlich sein - maximal eine A4-Seite. Sie können es als separate Datei im Anhang mitschicken oder direkt im Text der E-Mail formulieren.
In Deutschland ist es üblich, ein Foto im Lebenslauf zu verwenden. Jedoch darf der Arbeitgeber das nicht verlangen. Wenn Sie ein Foto beifügen, sollte es professionell sein.
Aufbau und Umfang:
Der Lebenslauf sollte in tabellarischer Form verfasst, gut strukturiert und einheitlich formatiert sein. Er sollte nicht länger als zwei A4-Seiten sein.
Listen Sie Ihre Berufserfahrungen und Ausbildungen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge auf, beginnend mit der aktuellsten Station. Besondere Kenntnisse (z. B. IT-Kenntnisse oder Sprachkenntnisse) können Sie zusätzlich hervorheben, beispielsweise in einer gesonderten Übersicht oder grafisch ansprechend mit Symbolen oder Balken dargestellt.
Folgende Informationen sollte Ihr Lebenslauf enthalten:
- Persönliche Informationen (Name, Adresse, Kontaktdaten)
- Berufserfahrung inkl. Praktika (Zeitraum, welche Position und welche Aufgaben)
- Berufliche Weiterbildungen
- Ausbildung (Schule, Studium, berufliche Ausbildung)
- Fähigkeiten und zusätzliche Qualifikationen (Fachkenntnisse, Sprachkenntnisse, Führerscheine)
- Ehrenamtliche Tätigkeiten
- Hervorheben von Berufserfahrung aus ähnlichen Positionen
- Zeiten längerer Abwesenheiten, z. B. Sabbatical, Orientierungs- und Weiterbildungsphasen, Elternzeit oder Pflege von Angehörigen
Eine überzeugende Darstellung Ihrer Person im Anschreiben und Lebenslauf ist wichtig. In Deutschland legen Arbeitgeber besonderen Wert auf Qualifikation, zum Beispiel durch den Nachweis von Arbeits- und Abschlusszeugnissen.
Fügen Sie Ihr letztes Abschlusszeugnis sowie Zertifikate über zusätzliche Qualifikationen Ihrer Bewerbung bei. Schulzeugnisse fügen Sie nur bei, wenn Sie sich für eine Ausbildung oder ein Studium bewerben oder keinen Berufsabschluss haben.
Arbeitszeugnisse sollten eingefügt werden, um Referenzen von früheren Arbeitgebern oder aus Praktika vorzulegen.
Bei Bewerbungen auf Deutsch sollten Zeugnisse und Zertifikate auch in einer deutschen oder englischen Übersetzung vorliegen. Bei Unsicherheiten fragen Sie besser nach, welche Sprachversion gefordert ist.
Sobald Ihre Unterlagen vollständig sind, senden Sie diese wie in der Stellenbeschreibung gefordert an das Unternehmen. Achten Sie unbedingt auf die Fristen in der Stellenausschreibung. Bewerbungen, die zu spät eingehen, werden normalerweise nicht mehr berücksichtigt.
Gehalt realistisch einschätzen
Informieren Sie sich im Vorfeld gründlich über die in der Branche üblichen Gehälter. Orientieren Sie sich dabei auch an den bestehenden Tarifverträgen der jeweiligen Branche. Nützliche Informationen finden Sie im Gehaltsrechner des Statistischen Bundesamts und im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.
Auch ein Blick auf die aktuellen Lebenshaltungskosten in der Region kann Ihnen dabei helfen, eine realistische Gehaltsvorstellung zu entwickeln. Dazu eignet sich der Konsumvergleich des Statistischen Bundesamts.
Auszubildende können sich im Vorfeld über die Tarifauskunft & das Tarifregister für Sachsen des ZEFAS informieren.


