Von Tunesien nach Sachsen – meine Reise in die Pflege und in ein neues Leben.

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Siwar Ben Nasr aus Tunesien erzählt, wie sie nach Sachsen gekommen ist, ihre Ausbildung als Pflegefachfrau beginnt und dabei Freundschaften, Kultur und neue Möglichkeiten entdeckt.

Audio: Interview mit Siwar Ben Nasr auf Deutsch anhören.

Mein Weg nach Sachsen 

Ich bin Siwar Ben Nasr, 25 Jahre alt und komme aus Tunesien. Ich habe mein Abitur im Jahr 2018 abgeschlossen, dann habe ich drei Jahre an der Universität Naturwissenschaften studiert und bin Lehrerin. 

Im Jahr 2021 habe ich mich für die deutsche Sprache entschieden und angefangen zu lernen. Gleichzeitig war ich in einem Freiwilligenverein tätig, in dem wir Menschen geholfen haben, die entweder arm oder eingeschränkt sind. Im Oktober 2022 habe ich mein B2-Zertifikat vom Goethe-Institut erhalten und danach Berufserfahrung in einem deutschsprachigen Callcenter gesammelt.

Ich wollte schon seit meiner Kindheit nach Europa reisen und im Ausland lernen. Ich habe festgestellt, dass die Ausbildung in Deutschland für mich günstig ist. Bei meiner Ausbildung kann ich lernen und arbeiten. Besonders interessiere ich mich für die Pflege im Allgemeinen und den Umgang mit Menschen.

Meine Muttersprache ist Arabisch, ich spreche Französisch als zweite Fremdsprache, Deutsch und ein bisschen Englisch.

Warum ich mich für Sachsen entschieden habe

Meine ersten Erwartungen waren, dass ich in meiner Freizeit und an den Wochenenden neue Städte besuchen, viele neue Freunde kennenlernen und die deutsche Kultur erfahren kann. In Sachsen und Deutschland gibt es viele schöne Städte, und durch die kurzen Wege zu Flughäfen kann man gut verreisen.

Ich wohne in Sachsen, in Mittweida. Ich arbeite nämlich dort und muss auch zur Schule nach Chemnitz, also bin ich zwischen Mittweida und Chemnitz unterwegs.

Ich bin nach Deutschland gekommen wegen meiner Ausbildung als Pflegefachfrau. Ein Cousin von mir war in Chemnitz in der gleichen Schule und hat mir durch Kontakt mit der Schulleitung geholfen. Dadurch bin ich nach Sachsen gekommen. Ich hätte bereits zwei andere Plätze gehabt – in Bayern und Frankfurt, aber ich habe mich für Sachsen entschieden, weil zwei Freunde von mir hier leben. Und ich war immer überzeugt, dass Freunde das Leben leichter machen.

Wir treffen uns regelmäßig, wir gehen raus, spazieren, essen zusammen, wir genießen unsere Zeit miteinander. Es ist schön, wenn man Freunde hat, die immer positiv denken, die für alle Probleme eine Lösung haben und Herausforderungen nicht scheuen.

Meine Tipps: Deutsch lernen, Kontakte knüpfen und Neues entdecken 

Ich habe ein gutes Deutschniveau. Ich bekomme oft die Bemerkung: „Wow, du sprichst gut Deutsch nach nur 1,5 Jahren!“ Ich versuche immer, neue Wörter zu lernen, weil die Umgangssprache ganz anders ist als das, was man im Unterricht lernt. Die Sprache ist für mich der erste Schritt zur Integration. Ich war auch immer nett und freundlich zu meinen Kolleginnen und Kollegen. Wenn es ein Problem oder ein Missverständnis gab, habe ich immer versucht, das Gespräch zu suchen.

Natürlich gibt es überall Menschen, mit denen man sich weniger gut versteht. Aber ich bin grundsätzlich kein Mensch, der Probleme macht. Ich habe immer versucht, meine Freizeit sinnvoll zu nutzen. Auch wenn es manchmal Tage gibt, an denen man keine Lust hat, etwas zu tun.

Ich kann gut mit Menschen umgehen. Es gibt überall gute und schlechte Menschen. Und was ich besonders gut gelernt habe: Ich nehme die Dinge nicht persönlich. Ich hatte viel über Rassismus in Sachsen gehört, bevor ich herkam. Aber ich habe selbst nicht erlebt, wovon ich gehört hatte. Mach dir keinen Kopf darüber, was andere über dich denken, wenn du weißt, wer du bist. Du bist hier, um deine Ziele zu erreichen. Wenn dich jemand anschaut, nimm es nicht sofort als Rassismus, es gibt Menschen, die einfach gerne beobachten.

In Sachsen gibt es viele schöne Orte. Versuch jedes Mal, etwas Neues zu entdecken. Versuch, immer neue Dinge zu lernen und besonders deine deutsche Sprache zu benutzen und zu verbessern. 

Prüfen Sie Ihre Chancen, in Sachsen zu arbeiten und zu leben.

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