Fatema Darbar stammt aus Indien, kam vor fast zehn Jahren mit einem Ehegattenvisum nach Deutschland und hat in Dresden ihr eigenes Unternehmen gegründet.
Mein Weg nach Sachsen
Hallo, mein Name ist Fatema Darbar und ich komme ursprünglich aus Indien. Ich bin vor fast zehn Jahren nach Deutschland gezogen, habe zunächst ein Jahr in Düsseldorf gelebt und mich dann in Dresden niedergelassen, wo ich seitdem lebe. Ich spreche Urdu, Hindi, Englisch und Deutsch. Außerdem kann ich Arabisch lesen und schreiben, aber nicht fließend sprechen.
Mein beruflicher Hintergrund liegt in der Betriebswirtschaft. Ich habe in Indien studiert und ein Semester International Business an der TU Freiberg absolviert, bevor ich in Dresden eine Arbeitsstelle gefunden habe. Ich bin mit einem Ehegattenvisum zusammen mit meinem Mann nach Deutschland gekommen. Die Entscheidung war ursprünglich auf seine berufliche Laufbahn ausgerichtet, aber ich war auch begeistert von der Idee, das Leben in einem anderen Land und einer anderen Kultur kennenzulernen.
Warum ich mich für Sachsen entschieden habe
Sachsen wurde durch das Visum meines Mannes zu unserem Zuhause, aber ich habe mich schnell in die Geschichte, Kultur und das starke Identitätsgefühl Dresdens verliebt. Die Stadt hat einen einzigartigen Charakter, den ich sehr inspirierend finde. Anfangs hatte ich erwartet, dass Sachsen internationaler sei. Bei meiner Ankunft in Dresden hatte ich jedoch das Gefühl, eine der wenigen Personen mit nicht-europäischem Hintergrund zu sein. Obwohl ich viele neugierige und offene Einheimische traf, fehlten internationale Gemeinschaften und Netzwerkmöglichkeiten, was die Integration anfangs erschwerte.
Ich führe mein eigenes Unternehmen, InterLokal Social Hub. Im Rahmen meiner Tätigkeit organisiere ich Veranstaltungen und Workshops und unterstütze neue Mitarbeitende bei der Orientierung und dem Ankommen. Der lohnendste Aspekt internationaler Arbeit ist für mich zu sehen, wie aus einer Idee ein Unterstützungssystem für andere werden kann. Was als Hilfe für mich selbst begann, um mich in Deutschland einzuleben, entwickelte sich zu einer Gemeinschaft, in der sich Menschen begegnen, einbringen und gegenseitig unterstützen. Es ist inspirierend zu sehen, wie eine kleine Initiative eine Welle sozialen Wandels auslösen kann.
Mein Tipp: Deutsch lernen, offen sein und aktiv netzwerken
Der erste Schritt meiner Integration war das Erlernen der deutschen Sprache, was mein tägliches Leben und meine Kontakte deutlich verbessert hat. Ich begann außerdem, Veranstaltungen und Treffen zu organisieren, zunächst, um Menschen beim Deutschlernen zu unterstützen. Daraus entstand später ein vollständiges Unternehmen. Heute bietet InterLokal Workshops zu Themen wie Finanzen, Karriereentwicklung, internationale Themen wie Astrologie sowie einen internationalen Buchclub und Wanderausflüge an.
Bleibe offen. Sachsen hat eine reiche Kultur, und sie zu verstehen, hilft bei der Integration. Lerne die Sprache. Selbst Grundkenntnisse in Deutsch erleichtern das Leben und Arbeiten. Netzwerke aktiv - Beziehungen außerhalb der eigenen Community zu knüpfen hilft, ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen und neue Chancen zu finden.
Ein neues Land zu betreten kann überwältigend sein und Herausforderungen sind unvermeidbar. Doch es ist wichtig, Eigeninitiative zu zeigen, die Sprache zu lernen, sich einzubringen und die Komfortzone zu verlassen. Man kann nicht immer das Umfeld verändern, aber man kann ändern, wie man damit umgeht. Wenn man die ersten Schritte macht, erlebt man, dass die Gesellschaft auf unerwartete Weise etwas zurückgibt. Ich habe das persönlich erfahren. Es hat meinen Weg geprägt und die Gemeinschaft, die ich durch InterLokal aufgebaut habe.