Das deutsche Ausbildungssystem genießt weltweit einen exzellenten Ruf. Berufliche und akademische Bildungswege in Deutschland bieten beide hochwertige Qualifikationen und gute Karriereaussichten. Die Kombination aus praktischen und theoretischen Inhalten dient vielen Ländern als Vorbild. In Deutschland gibt es 327 anerkannte duale Ausbildungsberufe (Stand 2025).
Um eine einheitliche und qualitativ hochwertige berufliche Ausbildung in ganz Deutschland sicherzustellen, sind alle rechtlichen Rahmenbedingungen für den betrieblichen Teil der dualen Berufsausbildung im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgelegt. Für Handwerksberufe gilt zusätzlich die Handwerksordnung (HwO).

Das Besondere an der dualen Berufsausbildung ist die Kombination aus Theorie und Praxis. Das bedeutet, die praktische Arbeit und die Erfahrung in einem Unternehmen wird kombiniert mit dem theoretischen Unterricht in einer Berufsschule. Ausbildungsbeginn ist in der Regel der 1. August oder 1. September. Im Normallfall dauert eine duale Ausbildung in Vollzeit je nach Ausbildungsberuf zwischen 2 und 3,5 Jahren.
Wer bereits Vorkenntnisse oder sehr gute schulische Leistungen mitbringt, kann die Dauer der Ausbildung eventuell verkürzen. Sofern dies erforderlich ist, kann eine Ausbildung unter bestimmten Umständen aber auch verlängert werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die duale Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren.
Ablauf einer dualen Ausbildung
Sie bewerben sich direkt bei einem Unternehmen, das den angestrebten Beruf ausbildet.
Ein Schulabschluss ist zwar rechtlich nicht für eine Berufsausbildung festgelegt. Dennoch verlangen die meisten Unternehmen einen erfolgreichen Schulabschluss. Haben Sie einen ausländischen Schulabschluss, muss dieser möglicherweise anerkannt werden. Mehr Informationen zur Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse finden Sie hier.
Wichtig: Neben dem Schulabschluss spielt die deutsche Sprache eine entscheidende Rolle. Für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung sind ausreichende deutsche Sprachkenntnisse (GER Niveau B1) erforderlich. Wir empfehlen jedoch gute deutsche Sprachkenntnisse (GER Niveau B2), da der Unterricht in der Berufsschule vollständig auf Deutsch stattfindet und sehr anspruchsvoll ist und die Abschlussprüfungen in deutscher Sprache absolviert werden.
Offene Ausbildungsplätze in Sachsen finden Sie auf den Portalen der Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammer Chemnitz, Handwerkskammer Dresden, Handwerkskammer zu Leipzig.
Weitere Stellenportale finden Sie im Bereich Jobsuche.
Die duale Berufsausbildung findet an zwei Orten statt: dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule. Nach Abschluss des Ausbildungsvertrages meldet der Ausbildungsbetrieb die Auszubildende bzw. den Auszubildenden bei der entsprechenden Berufsschule an.
WICHTIG: Es wird normalerweise die Berufsschule gewählt, die dem Wohnort der Auszubildenden am nächsten ist. Das kann aber auch in einer anderen Stadt sein. Fragen Sie Ihren Ausbildungsbetrieb rechtzeitig nach dem Ort der Berufsschule. Dann können Sie dies auch der Wahl Ihres künftigen Wohnorts berücksichtigen.
In der Regel verbringen die Auszubildenden 3 bis 4 Tage pro Woche im Ausbildungsbetrieb und 1 bis 2 Tage in der Berufsschule. Unter Umständen findet der Unterricht in der Berufsschule aber auch als Blockunterricht statt. Das bedeutet, man hat mehrere Wochen am Stück Unterricht in der Berufsschule und ist danach mehrere Wochen im Unternehmen.
Praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb:
- Hier lernen Sie die berufsspezifischen Tätigkeiten direkt in der Praxis.
- Sie arbeiten unter Anleitung erfahrener Fachkräfte, die persönlich und fachlich geeignet sind.
Theoretische Ausbildung in der Berufsschule:
- Sie haben Unterricht in berufsspezifischen Fächern sowie in allgemeinbildenden Fächern (z. B. Deutsch, Wirtschaft, Sozialkunde).
Sofern dies in der Ausbildungsordnung Ihres Ausbildungsberufs vorgesehen ist, absolvieren Sie eine Zwischenprüfung, bevor Sie am Ende die Abschlussprüfung ablegen. Die Abschlussprüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.
Nach bestandener Abschlussprüfung erhalten Sie ein Abschlusszeugnis. Im Handwerk gibt es zusätzlich eine Urkunde, den „Gesellenbrief“.
Nach Bestehen der Abschlussprüfung werden Sie entweder direkt vom Ausbildungsbetrieb übernommen und arbeiten dann als Fachkraft oder Sie bewerben sich bei einem anderen Unternehmen.
Darüber hinaus haben Sie vielfältige Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung.
Ausbildungsvergütung
Während der dualen Berufsausbildung erhalten Sie eine Ausbildungsvergütung. Die Ausbildungsvergütung steigt in jedem Ausbildungsjahr an und wird Ihnen als fixer Betrag monatlich auf das Konto überwiesen. Es wird immer – wie das Arbeitsentgelt bei Beschäftigten – der Brutto-Betrag angegeben. Das bedeutet, dass die Beiträge zur Sozialversicherung noch abgezogen werden. Bei einer hohen Ausbildungsvergütung werden zusätzlich Steuern erhoben.
Der Mindestlohn gilt nicht für Auszubildende. Es gibt aber auch für die Ausbildungsvergütung eine gesetzlich festgelegte Untergrenze. Der Ausbildungsbetrieb muss sich dabei also an die Vorgaben dieser Mindestausbildungsvergütung halten. Wenn beim Arbeitgeber ein Tarifvertrag gilt, ist dort üblicherweise auch die Höhe der Ausbildungsvergütung geregelt.
Vorteile der dualen Berufsausbildung
Sie sammeln praktische Erfahrung direkt in einem Unternehmen. Im Idealfall bekommen Sie nach der Ausbildung einen Arbeitsvertrag als Fachkraft im Ausbildungsbetrieb. In jedem Fall können Sie sich schon während der Ausbildung ein berufliches Netzwerk aufbauen.
Neben vielversprechenden Karrierechancen haben Sie – abhängig vom Alter – einen Anspruch auf mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub pro Jahr. Zudem erhalten Sie bereits während der Ausbildung eine Vergütung.
Für jugendliche Auszubildende unter 18 Jahren gelten besondere Schutzregelungen.
Weitere Informationen
- ZEFAS infoKOMPASS Duale Berufsausbildung (deutsch)
- Erklärvideo „Duale Berufsausbildung in Deutschland“ | Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperationen
- Broschüre „Ausbildung und Beruf - Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung“ (deutsch)
- KAUSA Elternratgeber: Ausbildung in Deutschland | in Deutsch und 17 weiteren Sprachen
- Datenbank Tarifliche Ausbildungsvergütungen des Bundesinstituts für Berufsbildung
- Berufsbilder und Perspektiven: meinNOW
- Broschüre: Wege zum Beruf - Überblick Berufsausbildung in Sachsen | in 11 Sprachen zum Download