Aus familiären Gründen kam die französisch-marokkanische Ingenieurin für Verfahrenstechnik nach Deutschland. In Freiberg fand sie durch ein MBA-Studium und ihr ehrenamtliches Engagement einen neuen Anfang im Beruf und in der Gesellschaft. Heute setzt sie sich für Weltoffenheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein.
Mein Weg nach Sachsen
Ich heiße Naima Bouzoubaa und bin halb Französin, halb Marokkanerin. Mein Vater wurde in Marokko geboren, meine Mutter in Frankreich. Ich spreche Französisch, Deutsch und Englisch. Ich habe nie Arabisch oder Amazigh gelernt. Ich kenne nur ein paar Worte. Ich bin Ingenieurin für Verfahrenstechnik. Nach meinem Studium habe ich fast 15 Jahre in einem Chemiekonzern in der HSE-Abteilung gearbeitet.
In Deutschland habe ich eine Weiterbildung in BWL und Nachhaltigkeitsmanagement abgeschlossen. Ich bin freiwillig aus familiären Gründen nach Deutschland umgezogen. Mein Partner ist Deutscher und hat hier eine Stelle bekommen. Ich habe mich für einen MBA an der Universität Freiberg beworben. Ich bin mit dem Autozug hingereist. Vor der Reise habe ich die falsche Benzinsorte getankt. Fängt ja gut an, oder?
Warum ich mich für Sachsen entschieden habe
Ich wohne in Freiberg. Ich hatte keine besonderen Erwartungen, außer: neues Land, neues Glück! Ich war nicht mit einem Stipendienprogramm in Deutschland. Ich habe damals unbezahlten Urlaub genommen, um zu studieren. Zurzeit arbeite ich in einem Verein und biete Bildungsangebote in den Bereichen Weltoffenheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit an.
Der lohnendste Aspekt der internationalen Arbeit ist für mich, neue Leute mit anderen Kulturen kennenzulernen. Ich bin sehr neugierig und freue mich immer, neue Dinge zu entdecken. Meine Entscheidung für Sachsen hing mit meiner Familiensituation zusammen. Die Weiterbildung an der Universität hat mich trotzdem interessiert. Ich finde die Landschaft hier sehr schön. Ein Vorteil ist auch, dass wir nicht weit von Großstädten entfernt sind, aber trotzdem nicht deren Nachteile haben.
Meine Tipps: Freizeitangebote nutzen, Kontakte knüpfen, Deutsch lernen
Ich habe mich für Freizeitangebote angemeldet und versucht, Veranstaltungen und kulturelle Events zu besuchen. Am Anfang war ich viel mit ausländischen Studierenden unterwegs. Im Rahmen einer Arbeitsgruppe für internationale Studierende habe ich Veranstaltungen organisiert, um die Vielfalt zu fördern. Ich engagiere mich auch ehrenamtlich in einem Weltladen. Das ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, Leute kennenzulernen. Für mich hat es sich gelohnt, von vorne anzufangen.
Die deutsche Sprache ist wichtig. Es ist notwendig, Deutsch zu lernen - nicht perfekt, aber ausreichend, um sich in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Man muss akzeptieren, dass es nicht immer einfach ist und dass es Momente gibt, in denen man sich fragt: Was mache ich hier? Man fängt irgendwie wieder von vorn an. Aber vielleicht lohnt es sich.
Ich war nie von Diskriminierung betroffen. Trotzdem existiert sie. Das kann ich nicht leugnen. Deshalb denke ich, dass wir alle zusammenkommen und uns kennenlernen sollten. Abgrenzung ist das Schlimmste, was passieren kann. Kinder und Jugendliche sind wichtig. Sie müssen in jeder Hinsicht unterstützt werden, damit sie die Gesellschaft verändern können, egal woher sie kommen oder wer sie sind.